Das Schiffstagebuch

Tag eins

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7:00 Der Wecker klingelt, heute geht’s los! Traum checken – gut geträumt. Ray hat mir die Route von oben gezeigt, es wird alles gut gehen. Letzte Telefonate mit Zuhause.

IMG_28689:15 Andocken bei der Zollbehörde. Alle Papiere ausgefüllt. Ein Hund mit schwarzen Patschen untersucht unser Boot auf Sprengstoff.

9:50 Alles sauber, wir legen ab!

9:55 Aufregung. Ich habe als Einzige keinen Ausreisestempel im Pass. Bei dem Versuch umzukehren streikt der linke Motor. Wir legen an einer Boje an.

13:25 Man braucht keinen Stempel mehr im Pass und dem Motor können wir so schnell nicht helfen. Das wissen wir jetzt. Es geht wirklich los! Adieu Sydney!

14:00 Wir passieren Sydney Heads. Es schaukelt. Kreuzen mit Acht Knoten davon.

14:20 Tuuuutuuuuuuuuut, ein Tanker ermahnt uns, nicht seinen Weg zu schneiden. (Hoppla).

17:00 Mir ist schlecht, alle sitzen stumm da und fixieren die verschwindenden Lichter. Nur Ray schafft es, unbekümmert mit seiner Frau die letzten SMS zu wechseln.

20:00 Sydney ist noch immer da. Wir zünden den Motor. Den rechten.

22:45 Ich muss gleich kotzen. Ich nehme den Knock-Out-Hustensaft.

23:00 Alles verschwimmt. Moritz übernimmt den Wachdienst.

Tag zwei

7:30 Blau, so weit das Auge reicht: Sydney ist endgültig hinter dem Meereshorizont versunken.

John ist der erste, der kotzt. Ich fixiere weiter den Horizont. Es funktioniert!

8:20 Wind kommt auf, wir kreuzen. Kommen aber nicht sehr weit.

John schläft fast den ganzen Tag, Ray legt die Beine hoch, mir ist wieder schlecht, Moritz sprüht vor Glück! Wenigstens geht’s einem hier gut.

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Die Wellen lassen das Schiff knarren und quietschen, ich hoffe, dass es hält.

Zwei braune Vögel folgen uns.

19:45 Wir kochen Ray sein Essen. John erzählt uns die Geschichte von seinem alten Segelboot, das sich vor vierzig Jahren in einem Sturm vom Anker riss und an einem Felsen zerschellte. Sie kommt uns bekannt vor.

20:00 Es blitzt überall um uns herum. John sagt, wir haben keinen Blitzableiter. Ich habe Angst.

21:00 Nachtwache.

21:50 Der Wind dreht, Moritz und ich wecken John. Die Wende wird eingeleitet.

22:05 Wir flitzen mit 12 Knoten Richtung Neuseeland!

Tag drei

1:30 Wir wecken John zur Ablöse.

10:00 Das Meer ist glatt und wunderschön. Eine Erholung für den Magen.

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10:15 Der Frieden wird durchbrochen von dem Knattern des Motors. Glattes Meer = Flaute.

11:30 John: Mecker mecker, man wäscht sein Geschirr sofort nach dem Gebrauch mit Papierhandtüchern, mecker mecker, er brate nie etwas an.

Flaute Tag ist auch Putztag. Moritz leg sich ins Zeug, dass die Funken sprühen.

14:00 Wir haben 200 Seemeilen seit Sydney, oh Mann wie langsam wir sind. Noch 1000 Seemeilen bis Neuseeland.

14:30 Sonnenstunden am Deck genießen.

14:40 Das Boot muss ausgepumpt werden. Oh Gott, ich habe wieder Angst, warum muss denn ausgerechnet unser Boot Wasser lecken?

Heute ist nicht nur Putztag, sondern auch Waschtag, Ray putzt sich sogar seine Zähne.

16:00 Gefrorene Karotten und Trauben.

17:00 Noch immer keine Delfine, dafür sind die Vögel noch da.

18:00 Moritz-Geschichtenstunde Teil 1: Iran.

20:00 Nachtwache

Mir war heute überhaupt nicht schlecht, konnte sogar lesen!

Tag vier

2:00 John wecken

10:00 Wir segeln! Mit gutem Kurs auf Neuseeland, 60 Grad (echter Kurs 91 Grad).

12:00 John hinterm Steuer, ich mit Ray am Sofa. Ray streckt den Arm aus und greift in geschmolzene Schokolade hinter der Bank. Mh, er schleckt sich genüsslich die Finger ab, tropf, klecker. John schimpf, schimpf, meine Einrichtung! Ray: Das geht von selbst wieder weg. John: Mecker, nein das musst jetzt sofort weg. Ray nimmt ein Papier und wischt herum. John: Mecker, mecker. Ich gebe Ray Wasser und helfen ihm, die zwei kleinen Schokoflecken auf dem Sofa wegzuwischen. Ray: Ah, jetzt ist alles wieder sauber. Und legt sich wieder aufs Sofa. Ich putze die Flecken fertig weg. Ray hebt den Kopf: Oh jetzt habe ich vergessen hinter der Bank die Schokolade wegzuwischen, kannst du das noch schnell machen?

Sonst verläuft der Tag ruhig. Wir schmettern durch das Wasser. Wasssertemperatur: 23,7 Grad.

18:00 Moritz-Geschichtenstunde Teil 2: Usbekistan und China.

19:00 Wir knallen auf die Wellen. John hat Angst um sein Boot, er nennt es Mädchen und flaumt alle an. Wende, wir segeln besser parallel zu den Wellen.

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19:30 Moritz und ich kochen Reis mit Würstchen und Salat. John isst draußen bei seinem Mädchen, aber die Stimmung bessert sich trotzdem.

20:30 Ray zeigt mir 700 Bilder von Autos und Motoren, ich schlafe dabei fast ein. Er besitzt tatsächlich 14 davon. Autos, nicht Motoren.

21:00 Nachtwache.

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Tag fünf

2:00 John wecken

6:30 Kaffee für Ray kochen und von der Wache ablösen. Wir segeln mit 80 Grad und 8 Knoten auf Neuseeland zu.

Seemeilen seit Sydney: 423! Das ist schon ein Drittel.

7:30 John und Ray plaudern gut gelaunt über Autos. Warum bin ich eigentlich aufgestanden?

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8:00 John erzählt mir zu wiederholten Male die Geschichte von seinem alten Segelboot.

Die Vögel segeln immer noch um uns herum.

10:00 Wir werden jede Stunde langsamer, Langweile löst erstmals meine Angst ab.

12:00 Mittlerweile segeln wir süd-westlich. Zurück nach Sydney? NEIN!!

20:00 Nachtwache

Tag sechs

Flaute! Ich bin frustriert.

Ich mache einen Lesetag und flüchte in mein Buch. Ich lese ein Männerbuch über den ersten Vietnamkrieg. Dabei habe ich schon 3 Männer um mich herum…

14:00 Endlich Abwechselung. Moritz muss ein Brustgeschirr anlegen und ins Wasser springen. Irgendein Wasserauslass ist verstopft.

18:00 Es passiert nichts.

17:15 555 Seemeilen seit Sydney

20:00 Nachtwache

Tag sieben

8:00 Wir kreuzen mit 3 Knoten vorwärts.

8:50 LANGWEILE (mein Buch ist aus)

10:00 Ein Schiff! Aus Hamburg!

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10:20 Und mit einem Affenzahn ist es schon wieder an uns vorbei gebraust.

Die ersten Albatrosse gesellen sich zu uns! Von diesen Gleitspezialisten sollte sich unser Boot mal was abschauen.

19:00 Schoko-Osterhase und Kartenspiel mit Ray

22:00 Nachtwache

23:58 Wir haben den Rekord aufgestellt: 48 Seemeilen in 24 Stunden. Das zerstört jede Hoffnung, bald in Neuseeland anzukommen.

Tag acht

LESEN

9:00 Der Motor läuft.

Fenster putzen mit Ray.

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12:30 John kocht uns braunen Brei aus dem Sackerl.

Tag neun

3:00 Ich rechne vor dem schlafen Gehen die Durchschnittsgeschwindigkeit der letzten 24 Stunden aus: 2,8 Knoten und falle vom Steuersitz – 657 Seemeilen seit Sydney.

3:30 Ich kann nicht schlafen, zu viel Langweile macht auch nicht müde.

John setzt die Segel, endlich Ruhe!

11:00 Heute ist wiedermal ein Tag des Rückwärtssegelns. Kurs: 330 Grad (Nord-Nord-West).

11:30 Ich diskutiere mit John über rechte Winkel. Er zieht mit noch schlechterer Laune ab, gibt aber nach 20 Minuten nach und wendet das Boot. Ein Wunder!

12:00 Wir segeln Richtung Neuseeland!

17:00 Der Wind legt zu, juhu!

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20:00 Unser Höllenschlitten schlägt sich mit den Wellen.

20:30 Ray stürzt im Klo und bricht den Klodeckel ab – John ist stinksauer.

21:00 Nachtwache und Skat spielen mit Moritz. Oma gewinnt alles. …Bis uns die Karten wegfliegen.

Tag zehn

8:00 Alles schaukelt. Das Bild einer Nussschale kommt mir in den Sinn. Warum nur?

John nimmt das zweite Segel ab und bindet das Ruder fest. Wir tummeln mit 0,1 – 0,8 Knoten Richtung Norden.

14:00 Alle liegen und warten. Mir ist schlecht.

Wir klopfen stündlich auf den Barometer, in der Hoffnung auf eine Vorhersage, eine gute! Doch er sinkt und sinkt…

Der Wind wird stärker, die Wellen höher. Ich habe Angst.

19:00 Ray kocht seine Beef-Chunk-Dosenfuttersuppe. Ich verzichte gerne.

19:15 Moritz stürzt bei der Tür hinaus und kotzt in einen Kübel. Ich renne ihm nach um ihn zu halten, dass er nicht gleich ins Meer fällt.

Es stürmt und spritzt, Regen von oben, Meer von unten, alles ist nass, alles dreht sich.

Bis 22:00 haben wir 43 Knoten Wind, alles vibriert und knarrt, überall tropft Wasser, im Klo sprudelt es sogar rein. Die Wellen überschlagen sich über dem Boot mit einer Wucht, dass es klingt wie ein Hagel aus Steinen.

Moritz liegt mit glasigen Augen neben mir, ich zittere vor Angst. Alle sind ins Bett gegangen, jetzt bin ich allein mit dem Boot und den Wellen. Ich kann nur warten.

Tag elf

2:00 John übernimmt die Wache, ich schrecke bei jedem Knall auf. Wir schwingen wie auf einer Riesenschaukel auf und ab, aber wir sind noch ganz! Vom Wellental aus schaut die nächste Welle größer aus als unser Mast. Obwohl wir stehen, bewegen wir uns mindestens 6 Meter rauf und runter.

10:00 John pumpt ans Boot geleint Wasser aus den vorderen Rümpfen. Albatrosse sausen durch die Wellenschluchten, auf Abenteuerjagd – die haben Nerven.

12:00 Der Barometer steigt einen Millimeter!

John und Ray streiten sich über das Gewicht von elektrischen Wasserpumpen. Im nächsten Moment prahlen sie wieder mit ihrer lang-anhaltenden Freundschaft.

Ich denke, die spinnen. Ich verziehe mich in unsere Koje und versuche den Barometer zu verstehen.

15:00 Der Wind hat gedreht, wir segeln mit dem kleinen Segel mit 4 Knoten Richtung, ratet mal, Neuseeland!

15:45 Mein Gefühl gibt mir noch nicht Erleichterung. Was wird denn jetzt noch passieren?

17:00 Der Wind wird stärker und stärker. Das Gute: Wind und Wellen kommen von hinten und wir fetzen mit 10 Knoten weiter in die richtige Richtung.

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20:00 Alles ist feucht und kalt. Ich will endlich Land.

20 Knoten, wir sind so schnell wie die Wellen!

Tag zwölf

Der Wind bläst aus Süd-West! Wir surfen und segeln gleichzeitig auf den Riesen-Wellenkämmen.

Der Wind wird stärker, aber der Barometer steigt weiterhin.

16:00 Ein anderes Schiff auf diesem wilden blau! Plaudern mit dem Captain über Funk. Ray verplappert sich vollkommen. Es fährt nach Napier!

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Die Stimmung steigt (wie auch der Wind). Neuseeland ist nur mehr 140 Seemeilen von uns entfernt!

18:00 Kein Appetit, kein Durst. Ich bin schon ganz schlapp vom nicht Bewegen. Moritz ist immer noch schlecht.

18:50 Der Wind hat wieder 38 Knoten erreicht. Erstaunlicherweise fühlt es sich viel besser an, wenn er uns von hinten schiebt. Doch wenn man hinten an Deck auf der Bank steht und sich am Dach anhält, könnte man glauben, die nächste Welle schluckte uns gleich mit Haut und Haar. Irgendwie schafft es unser Boot aber jedes mal wieder, oben drüber zu schwimmen. Schon faszinierend, so eine Nussschale.

Tag dreizehn

8:30 – Land in Sicht! Es sind die 3 Könige, eine Inselgruppe nord-westlich von Neuseeland.

Die Wellen sind hoch wie Berge, aber der Wind hat nachgelassen und zusätzlich wird er durch die hohen Wellen oft aus dem Segel geschüttelt. Mit unseren 5 Knoten sinkt die Stimmung an Bord wieder einmal auf den Meeresgrund.

13:00 Aber endlich! NEUSEELAND! Und wer hat es als erstes entdeckt? Die, die am längsten danach Ausschau gehalten hat 😉

13:30 John tauscht das kleine Vordersegel gegen ein großes Vordersegel ein.

15:00 Um die Spitze gesegelt und schon legen sich die Wellen. Mit einem Schlag geht es allen besser. Ich bin erleichtert, Moritz wieder hungrig!

Zur Feier des Tages gibt es Kaffee und Schokolade UND es unterhalten sich tatsächlich alle gut.

17:00 Neuseeland, ich kann es kaum glauben. Um die halbe Welt sind wir gereist und jetzt sind wir so nah, dass ich es sogar riechen kann. Wir haben es geschafft, ich bin überwältigt.

Tag vierzehn

3:00 Ray wacht inmitten unserer Nachtwache auf und will einen Funkspruch an die neuseeländische Zollbehörde abschicken (was man eigentlich auch 24 Stunden vorher tun sollte). John kommt wütend aus seiner Koje und brüllt Moritz an, dass er sich von Ray nichts sagen lassen darf, denn er sei der Boss an Bord. Ohne viel auf den Streit einzugehen gehen wir kopfschüttelnd ins Bett. John erklärt diesen Vorfall und vielleicht auch einige andere später so, dass man eben nicht zwei Alpha-Männchen auf ein Boot sperren sollte.

10:00 Schon wieder stehen wir fast. Der Motor gestartet, uff. Doch als ich mir die neue Route anschaue, sind es tatsächlich nur mehr 3 Stunden bis Opua!

11:00 Putzen und Reste essen.

12:30 Gelbe Quarantäneflagge und blaue Neuseelandflagge sind gehisst.

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13:00 Anlegen bei der neuseeländischen Zollbehörde. Gemüse und Müll wird abgeholt, sehr praktisch 🙂 Quarantänehelfer findet ein Samenkorn in meiner Schuhsohle und überprüft die Ecken von unserem Innenzelt.

16:30 Wir ankern und quetschen uns in das kleine Dinghi (Beiboot). Heute Essen gehen, an Land!

17:00 John spendiert eine Runde duschen im Jachthafen. Warm duschen! Zwei Münzen pro Kopf.

18:00 Geld abheben in Pahia. 160 Dollar gehen an John für die Hälfte vom Diesel.

18:15 Ray revanchiert sich für unsere Kochdienste und lädt alle zum Essen ein.

21:00 Eine letzte Nacht schlafen wir an Bord.

Keine Nachtwache!

Tag fünfzehn

10:00 Wir verlassen die TACMAN und mit ihr auch John und Ray. Mit leichtem Herzen betreten wir Land. Nicht umsonst nennt man nach der See das neue Land NEUSEELAND!

John sagt uns zum Abschied, dass wir eine gute Crew waren.

Ich bin einfach nur erleichtert und unendlich glücklich. Ergeben vor den Mächten der Natur.

Glossar

Sydney – Opua (Neuseeland)

Fahrtzeit: 13 Tage

Luftlinie: 1157 Seemeilen (2142 km)

durchschnittliche Geschwindigkeit: 3,7 Knoten (6,85 km/h)

von uns gefahrene Strecke: 1972 Seemeilen (3655 km)

durchschnittliche Geschwindigkeit: 6,3 Knoten (11,66 km/h)

Verbrauchter Treibstoff: 240 l Diesel

 

1 Seemeile = 1,852 km

1 Knoten = 1,852 km/h

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14 Kommentare

  1. Karin

    Liebe Clari, lieber Mo! Dieser Bericht ist noch schlimmer als eure Kurzfassung am Telefon. Ich bin noch immer unendlich dankbar, dass ihr im „Neuen Land rund um die See“ angekommen seid. Albatros sei Dank!

  2. Georg Thomas GTR Revesz

    war das d. schwierigste Teil der Weltreise? Ich dachte vorher 3500 km Radfahren auf nicht Strassen war das Anstrengendste

  3. Maresi

    Das habt ihr wirklich gut gemacht!!! Ich bin auch sehr froh, dass ich den Bericht erst im nachhinein lese ;-).
    Dickes Bussi

  4. Belutzername

    Reesspekktt!!!! Herzlichen Glückwunsch, liebe Clara. Ich erkläre dich hiermit zum Seebären, John und Ray zu Seehasen und moritz, sagen wir mal zum Seereiher!

  5. Gisa

    Ich weine.
    Es schüttelt mich.
    Clara liebe Clara, ich finde, das war zu viel…
    Du hast von mir auf dieser Reise schon mal irgendwann Perlen auf einen Orden gestickt bekommen, aber nun bekommst du die Krone für die Tapferste Frau Des Jahres! Mit Zepter!

  6. Günter

    Ich sitze in Krems an der Donau und bestelle mir ein Eis. Auf dem Wasser schaukeln gemütlich einige Boote. Der Himmel tiefblau. Lufttemperatur ungefähr 25 Grad (plus), Luftdruck 1013 hPa gleichbleibend. Kinder spielen und Senioren besteigen ein Donau-(Dampf)-Schiff, Verliebte turteln am Ufer.
    Ich schau kurz in mein Outlook und sehe das gut gelaufene Schifftagebuch von Clara. Sicher spannend. Aber dann: Von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag wird mir ganz anders, Düstere Wolken, Wellen von einer Höhe, die die Donau niemals zuvor kannte, streitende Ältere und flüchtende Kinder. Mein Eis vor mir beginnt bedrohlich zu schwanken, oder ist es nicht der ganze Tisch, nein es ist das Ufer, das schwankend im Wasser untergeht. In mir steigt eine Woge der Auswegslosigkeit auf und auf dieser Woge wird mein schönes Eis weggespült. Eh wurst, weil mir ist gar nicht mehr danach. Ich kämpfe mich weiter durch die Stunden und Tage und endlich, endlich erreiche ich auch das Ziel, leicht ramponiert aber stolz auf euch, dass ihr wie Odysseus es schließlich geschafft habt.
    Ich zahle mein Eis und fahre glücklich donauabwärts.

    • Gisa

      Ach Günter, du schreibst uns allen aus dem Herzen.

    • gisabuehner

      Günter, und ich muss noch sagen:
      Die literarische Qualität deines Kommentars steht dem Kommentierten in nichts nach!
      Ich würde gern mehr von dir lesen!

  7. karinscheer

    Dem Himmel sei Dank, dass diese Reise nur 15 Tage und nicht 20 Jahre gedauert hat!
    Ein großes Danke an John’s Ehefrau, die mir/ uns ab dem 6. Tag die täglichen Schiffskoordinaten gesendet hat und ihre warmherzigen aufmunternden Worte. Als dann das Email von ihr kam mit dem Satz: „Land in sight“ war ich überglücklich und habe nächste Nacht bis 3 Uhr morgens – das TV Programm ist zum Kotzen- auf das erlösende SMS von Clara gewartet. Ich habe meine Süße noch NIE so glücklich am Telefon erlebt.
    Die Moral von der G’schicht: net no a mal.

  8. Taddi

    Ihr habt´s geschafft…Wahnsinn!!! Ich ziehe den Hut vor Euch und freue mich auf noch mehr Geschichten live und vor Ort – jetzt aber erst mal eine wunderbare letzte Zeit in Neuseeland und eine gute Heimreise Euch beiden! Alles Liebe, Taddi

  9. Romi

    Unglaublich. Da kriegt man wirklich Gänsehaut. Eine Wahnsinnslektüre und dazu diese intensiven Bilder!

  10. An die Matrosen „Hand gegen Koje“ Klara und Moritz. Erinnert ihr euch noch an uns? Wir waren zusammen nachtessen in Vientiane. Ich, Alexandre, habe euch vom Wunder der Hochseesegelkunst erzählt 🙂 So, jetzt gehört auch ihr zu den „hardcore“ Seebären. Ein kleiner Trost; Im Dezember in der Nordsee, zum Beispiel „Rund Skagen“ macht’s noch mehr Spass 🙂 In dieser Zeit segelt nur die Bremer Hochseeyachtschule, „Greenhorns“ und ein Innerschweizer 🙂 Jedenfall gratuliere ich euch zu den 1160 sm und, falls Claudia und ich zur Weltumsegelung aufbrechen, lassen wir es euch wissen. Gute Köche und Putzequippe sind immer gefragt auf „Übersegler“. 🙂 Herzliche Grüsse http://www.zentralbiker.ch 🙂 🙂 🙂

    • Clara Scheer

      Hallo ihr zwei! Schön von euch zu hören, natürlich erinnern wir uns an euch und an unseren koreanischen Essensversuch im tiefsten Laos.
      Seid ihr gerade wieder zu hause angekommen oder schon wieder auf zu neuen Abenteuern? Ja, lasst uns wissen, wie es weiter geht 🙂

  11. Pingback: Der Atlantik | Gut gelaufen

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