Delphi

Die schöne Kleinstadt Delphi befindet sich in der Präfektur von Fokida auf dem griechischen Festland in der Nähe der Stadt Amphissa. Sie nimmt einen amphitheatralischen Platz ein und liegt auf ca. 600m Höhe, auf dem südlichen Abhang des Berges Parnassos, wo sich das grüne Tal des Flusses Plistos erstreckt. (…)

Von Yambia haben die alten Griechen die Sakrilegen runtergeworfen und sich das „Kriseon Pedion“ angeschaut, den großen produktiven Olivenhein des heutigen Chrissou und Amphissas, der damals dem Gott Apollon gewidmet war und zum Grundbesitz des großen Heiligtums von Delphi gehörte. (…)

In der Geometrischen Periode verehren die Einwohner von Delphi den Gott Apollon, den Gott der Sonne und der Musik. Wie die Jahre vergehen, werden Delphi sehr berühmt, der Tempel und die Umgebung darum, die immer größer werden, bekommen eine bestimmte Form und erleben ihren Höhepunkt um 600 vor Christus. (…)

Der gesamte heilige Ort von Delphi war und ist für die Pilger und die Besucher ein bewunderswertes Kunst- und Kulturmuseum.

In seiner Blütezeit war Delphi das größte Museum der Welt mit unzähligen Statuen, Säulenhallen, Kunstwerken und schönen Gebäude, welche untereinander konkurrierten, was den Reichtum und die Schönheit betrifft und den Glaube und die Dankbarkeit an Apollon widerspiegelten. (…)

Die heutigen Ruinen des Tempels von Apollon stammen aus dem 4. Jh. vor Christus. (…)

Delphi hatte aber auch eine große politische Bedeutung als Kontaktstelle der entfernten Städte, zu ihrer Informierung und der Entwicklung von Beziehungen zwischen ihnen. Delphi war aber auch der größte religiöse Grundsatz des antiken Griechenlands, da über das Orakel Entscheidung und Aktion ermuntert oder gedämpft wurden, die Griechenland und alle Mittelmeerländer betrafen. (…)

Die berühmte Wahrsagerin des Tempels Pythia, folgte einem Ritual und dem gemäß wusch sie sich im Wasser der Quelle Kastalia, beräucherte mit Lobeer im Altar mit dem unsterblichen Feuer, ging in den unbetretbaren Teil im Grund des Altars, trank Wasser von der Quelle Kassotida, kaute Lobeerblätter und saß auf dem heiligen Stativ, wo sie in Ekstase geriet, in dem sie über einer Erdspalte einatmete und den delphischen Nabel berührte, der nach dem Mythos das Zentrum der Welt war, und dann sagte sie Worte, metrisch oder Prosa, die von den Priestern notiert oder erklärt wurden, und meistens zweideutig waren.

(Aus: Schäbiger Reiseführer vom Kiosk, deutsche Ausgabe, farbig bebildert)

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7 Kommentare

  1. Pingback: Ich bin eine Olive « Gut gelaufen

  2. gisa

    Oh, was hattet ihr für einen zauberhaften Vorgarten.

  3. „…das heilige stativ…“ das interessiert mich natürlich brennend. oder ist das ein druckfehler und muß „eiliges stativ“ oder passenderweise „eisiges stativ“ heißen? oder habt ihr einfach nur zulange auf den lorbeerblättern rumgekaut?

  4. karin

    Gaia, die Erdgöttin, hat euch dort in eurem kleinen Zelt besonderen Schutz gegeben. Wenn ihr es nicht glaubt, dann orakelt doch mal.

  5. Romi

    Krasse Axt! Wunderschön.
    Habt ihr euch etwa auch schön mit Lorbeer beräuchert und dann sah euer Zelt plötzlich aus wie ein Frosch, der durch die Gräser hüpft?

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