Fabrizio

Naja, wir sähen das anders, wir seien ja auch Touristen. Der schönen Umgebung der Autostrada del Sole über den Appenin kann Fabrizio nichts abgewinnen. Es sei mit Abstand die schlimmste Autobahn Italiens, die A1 zwischen Bologna und Florenz. Die schlimmste. Basta.

ITALIENISCH. Wir seien in Italien. Da spräche man Italienisch, basta.

So zuckeln wir über die Bergautobahn, Clara auf dem Beifahrersitz, ich hinten auf dem Bett, Fabrizio am Steuer. Der Motor brummt, und wir schweigen.

Etliche Kurven, Tunnel, Schlaglöcher und schöne Aussichten später fragt er, ob wir einen Kaffee trinken wollen. Einhellige Meinung: Ja.

Einen Kaffee trinken heißt in Italien: Man geht in eine Bar, stellt sich an den hockerfreien Tresen, bestellt, bekommt ein hochkonzentriertes Pfützchen Espresso, schlürft es aus, legt ein paar Münzen hin und geht wieder. Das ganze dauert ungefähr drei, in besonderen Fällen bis zu sechs Minuten.

Drei bis sechs Minuten sind genug Zeit, um zu erfahren, dass er Zahnschmerzen hat. Nichtsdestotrotz erkennen wir ein feines Lächeln auf seinen Lippen, als wir dankend annehmen, dass Fabrizio die Rechnung übernimmt.

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2 Kommentare

  1. manche sprachen muß man nicht sprechen. man versteht auch so. basta.

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