Beim Friseur in Usbekistan

Ja, es wurde mal wieder Zeit, aber das ist nicht der Punkt. Vielmehr als meine langen Barthaare stechen beim Friseur in Usbekistan das riesige Lohngefälle ins Auge, das das entwickelte Westeuropa vom bescheidenen Zentralasien trennt.

Mein Friseur in Hamburg hat Fair-Trade Kaffee, Biomilch, verwendet keine Färbemittel und spielt auf seinen beiden MK-2 die exquisiteste Musik, die nicht nur das Karoviertel, sondern ganz Norddeutschland zu bieten haben. Die Preisstruktur in seinem Ein-Mann-Betrieb ist flexibel; Mir gewährt er einen Stammkunden- und Studentenrabatt.

Auch der Friseur in Bukharas dörflicher Altstadt verzichtet auf synthetische Färbemittel und lässt den Kunden die Wahl über die Bezahlung. Er hat allerdings keinen Kaffee und keine Milch. Statt Musik von Vinyl gibt es Videoclips aus der Glotze. Als er mit schneiden, legen und rasieren fertig ist, ist meine Entscheidung über die Höhe des Entgelts bereits gefällt. Ich habe während der ganzen Prozedur überlegt, wieviel ich bezahlen sollte. Taxifahrer verdienen einen bis zwei Euro die Stunde, vorrausgesetzt, sie finden einen Fahrgast. Ein Zehntel vom Hamburger Preis scheint mir angemessen. Er nimmt das Angebot an, mit neutraler Miene. Ich fühle mich bestätigt.
Am nächsten Tag erfahren wir, das ich den ortsüblichen Preis trotz Allem um das Vierfache überstiegen habe.

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4 Kommentare

  1. Avatar von Romi
    Romi

    Schnipp Schnapp, alles ab! Und jetzt hast du schon wieder einen wuschigen Reisebart.

  2. Avatar von Lutz
    Lutz

    Mein Vater wäre stolz auf dich.

  3. Avatar von georg revesz
    georg revesz

    passt. genau

  4. Avatar von karinscheer
    karinscheer

    ich weiß nicht, ich weiß nicht: Moritz du gefällst mir mit den langen Haaren besser.

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